Unsere Reise nach Bolivien – nächstes Kapitel

Bolivien ist historisch und kulturell tief durch christliche Missionare geprägt. Das Land weist bis heute eine der höchsten Raten an indigener Bevölkerung in Südamerika auf, deren Alltag, Kultur und Glaubenswelt untrennbar mit den Einflüssen der jahrhundertelangen christlichen Missionierung verschmolzen sind.

Mit der spanischen Conquista im 16. Jahrhundert kamen katholische Orden nach Bolivien, insbesondere Franziskaner, Dominikaner und Jesuiten. Sie kooperierten teilweise mit der Kolonialmacht, bauten jedoch auch Schutz- und Siedlungsräume für die indigene Bevölkerung auf (Vatikan News).

Ab 1895 öffnete sich das Land, das zuvor strikt katholisch war, für andere Strömungen. Den Anfang machten Plymouth Brethren und Baptisten, im 20. Jahrhundert folgten Methodisten und Pfingstkirchen, vor allem getragen von US-amerikanischen Missionaren (Missionarisch ökomenischer Dienst, https://moed-pfalz.de/bolivien/).

Rund 70–77 % der Bevölkerung identifizieren sich als katholisch, während der Anteil protestantischer, evangelikaler und pfingstkirchlicher Gemeinschaften in den letzten Jahrzehnten stark auf rund 15–20 % angewachsen ist.

Da Bolivien zu den ärmeren Ländern Südamerikas gehört, übernehmen sowohl katholische Orden (wie die Franziskaner) als auch internationale Missionswerke bis heute elementare Aufgaben in der Seelsorge, Bildung und Armutsbekämpfung (Franziskaner.de, https://franziskaner.de/lebendige-gemeinde-in-bolivien/).

Und so reihen wir uns ein in die Arbeit vieler christlicher Werke und Initiativen und führen die Arbeit mit fort. Und dies kann auf unterschiedliche Art und Weise erfolgen. Sie muss aber, um authentisch zu sein und Wirkung zu erzielen zu den Menschen passen, die diese Arbeit leisten. Und so haben wir uns entschlossen, wie in den Jahren zuvor, wieder ein Kinder- und Jugendcamp durchzuführen. Der Workshop, der uns dazu vorbreitet hat, wurde unter großer Beteiligung der Gemeinde Punta de Gracia in Cochabamba durchgeführt. Die Teilnehmenden waren eine wunderbare Mischung aus jungen und älteren Geschwistern. Es waren alle Generationen vertreten.

Albert Ralte, ein Missionar aus Indien, Jhonny Marca von der von der Missionsorganisation Envoy International und Pastor Felix Huanca führten durch den Tag. Wir haben viel gelernt über das biblische Fundament und die Berufung zur Weitergabe der guten Nachricht, über die Kirche als Kanal für die Evangelisation und die Mobilisierung einer Gemeinde. Aber auch über Konferenzen, Finanzen und Gebet als wichtige Bausteine für Evangelisationsprojekte waren Schwerpunkte.  

Abb. 1: Albert Ralte, ein Missionar aus Indien
Abb. 1: Albert Ralte, ein Missionar aus Indien
Abb. 2: Jhonny Marca, Envoy-Direktor

Zu guter Letzt hat jeder der Teilnehmer als Erinnerung und Bestätigung eine Urkunde erhalten, so wie es in anglo-amerikanischen geprägten Ländern gute Tradition ist. Auch dadurch kann ein Tag in Erinnerung bleiben.

Abb. 1: Albert Ralte, ein Missionar aus Indien

Und so waren wir geistlich gut gerüstet für unsere Reise in das Amazonas-Gebiet, die in wenigen Tagen beginnen sollte.

Am dem darauffolgendem Abend hatten wir die Gelegenheit, an einem Gottesdienst der Muttergemeinde Sebastian Pagador teilzunehmen. Wir betraten ein großes und sehr modernes Gebäude und begegneten einer großen Vielfalt unterschiedlichster Menschen. Gottesdienste in Bolivien sind sehr ähnlich zu unseren Gottesdiensten in Deutschland. Musik ist ein sehr wichtiger Bestandteil der Liturgie und natürlich die Predigt. Auffällig ist, dass mindestens diejenigen, die den Gottesdienst gestalten, sich besonders festlich kleiden.

Video einfügen „Lied“

Auch das gemeinsame Abendmahl „La Cena de nuestro Señor y Salvador“ wird sehr ähnlich wie in unseren deutschen Gemeinden gestaltet. Die äußerlich sichtbare Hingabe – sei es durch eine betonende und laute Sprache oder Gesten – zeigen durchaus die kulturellen Unterschiede zwischen südamerikanischen und europäischen Predigten und Liturgien.

Video “La Cena de nuestro Señor y Salvador” einfügen.

Auf dem Weg zurück hatten wir schließlich noch die Gelegenheit, den Abend mit einen traditionellen Mais-Snack und dem Nationalgetränk Api – ebenfals aus und mit Mais zubereitet – abzuschließen.

In einem weiteren Kapitel werden wir über das das Kinder- und Jugendcamp selbst berichten.

Freut euch drauf. Noemi, Sven und Stephan

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